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Ermordete zum Kriegsende

Am 23.04.1945 versammelten sich auf dem Regensburger Moltkeplatz (heute Dachauplatz) ca. tausend Menschen, die für eine kampflose Übergabe der Stadt demonstrierte. Der Domprediger Johann Maier versuchte die Menge zu beruhigen. Noch vor Abschluss seiner Rede wurde er von Polizisten in Zivil festgenommen. Ebenso wurden weitere Teilnehmer der Demonstration verhaftet.

Maier wurde noch am gleichen Abend von einem Standgericht wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode durch den Strang verurteilt. Den Vorsitz des Standgerichts hatte der Regensburger Landgerichtsdirektor Johann Schwarz inne, als Staatsanwalt fungierte Alois Then und als Prozessbeobachter des Gauleiters war der SS-Obergruppenführer Paul Hennicke anwesend.

Als Beisitzer des Standgerichts traten der stellvertretende Geschäftsführer der Regensburger Milchwerke und Vorsitzende des Parteigerichts der NSDAP, Hans Gebert, und der Gendarmerie-Major Richard Pointner auf. Der Regensburger Bischof Michael Buchberger unterließ jegliche Unterstützung des Angeklagten Maier.

Am Morgen des 24. April 1945 um 3.25 Uhr wurde Maier zusammen mit dem Regensburger Bürger Josef Zirkl auf dem Moltkeplatz gehenkt; um den Hals trug er ein Pappschild mit der Aufschrift „Ich bin ein Saboteur“. Der am Vortag während der Demonstration getötete Michael Lottner wurde zu den beiden Gehenkten gelegt.

Personenverzeichnis:

Quellen und Literatur:

widerstand_und_opfer/ermordete_zum_kriegsende/ermordete_zum_kriegsende.txt · Zuletzt geändert: 2014/08/19 10:11 von andreas_schmal